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..?


... und das Fragezeichen ist Programm.

Denn im Moment weiß ich noch nicht
wann und wie es hier weitergehen wird.


Jedenfalls habe ich vor auf dieser Seite
eine Kindergeschichte zu schreiben.

So nach und nach. Halt immer wenn
ich Zeit dafür finde und mir etwas zu
Tiffy, Taffy und Melanie
einfällt...


Also hoffentlich bis bald und viel Vergnügen!





Tiffy, Taffy und Melanie


Erst vor wenigen Minuten waren Melanie und ihre Mutter nach Hause gekommen. Melanie hatte den Vormittag im Kindergarten verbracht und war schlecht gelaunt.

Denn auch heute hatte es wieder einmal ununterbrochen geregnet. Der Himmel war mit dunklen Wolken verhangen und es schien so, als wollte sich die Sonne in diesem Jahr überhaupt nicht mehr blicken lassen.

Die Erzieherinnen taten alles um ihre Kinder aufzuheitern und zu beschäftigen, aber bei Melanie hatten sie an diesem Tag damit keinen Erfolg.

Sie wollte weder malen noch basteln, nicht singen und schon gar nicht puzzeln.

Melanie hatte nur einen Gedanken - raus!

Sie sehnte sich danach mit ihren Freundinnen im Sandkasten zu spielen und zu schaukeln.

Hoch und höher, immer höher - bis in den Himmel.

(Anmerkung: so weit war ich vor gut zwei Tagen schon mal, doch dann habe
ich mir durch unnötige Bastelarbeiten auf dem Server zwei Seiten
zerschossen - diese hier und leider auch mein gesamtes Gästebuch :-((

doch nun geht´s weiter...)


Als nach dem Mittagessen dann endlich ihre Mama im Türrahmen stand um sie abzuholen, war Melanie überglücklich.

Sie wünschte sich, mit Mama einen Schokoladenkuchen zu backen oder vielleicht sogar mit ihr in die warme Badewanne zu gehen. Denn auch das tat Melanie für ihr Leben gern.

Aber, es kam ganz, ganz anders.

Denn zu Hause angekommen sagte Melanies Mama:
"Schatz, bitte geh´ein bisschen im Kinderzimmer spielen.
Ich muß heute unbedingt noch bügeln und danach spielen wir gemeinsam Memory, einverstanden?"

"Aber mir ist doch so langweilig" erwiderte Melanie. "Können wir nicht zusammen ..."

"Schatz, versteh doch, ich habe im Moment wirklich keine Zeit. Wenn ich fertig bin komme ich sofort zu dir. Es dauert bestimmt nicht lange - versprochen - und nun geh in dein Zimmer!"

Damit war Melanie nun überhaupt nicht einverstanden. Sie war sauer - stocksauer. Erst der Regen und nun das. Sie wollte sofort etwas mit ihrer Mama unternehmen und nicht erst, wenn sie mit der blöden Wäsche fertig sein würde.

Melanies Gesichtszüge veränderten sich. Sie holte tief Luft und tat, was viele Kinder machen, wenn sie ihren Willen durchsetzen wollen.

Sie begann zu weinen. Dicke Tränen kullerten über ihre roten Wangen und manchmal schluchzte sie. "Ich will aber jetzt mit dir spielen, ich will jetzt spielen!"


Langsam, mit einem Lächeln ging die Mutter auf Melanie zu, kniete sich vor ihre Tochter und nahm sie in den Arm um sie zu beruhigen.

Doch Melanie wies ihre Mama zurück und beschimpfte sie.

So, wie ab und zu im Kindergarten vorkam, wenn sich die Kinder darum stritten , wer welches Spielzeug bekommt.

Damit war Melanie jedoch zu weit gegangen.

Enttäuscht über die ungehaltene Reaktion ihrer Tochter, packte die Mutter Melanie am Handgelenk und brachte sie ohne Worte ins Kinderzimmer.

"Hier kannst du so lange toben und schreien, bis du dich wieder beruhigt hast mein Schatz - und dann schauen wir weiter!" sagte sie bestimmend und schloß die Tür hinter sich.

Melanie stampfte vor Wut mit beiden Füßen auf´s Laminat. Abwechselnd, einmal links und rechts, links, rechts, li... dann verlor sie plötzlich das Gleichgewicht und landete unsaft auf ihrem Po.

Der Schmerz, den der Sturz auf das Steißbein verursachte, brachte sie wieder zur Vernunft. Melanie wischte sich mit dem Handrücken die Tränen aus dem Gesicht und blickte sich im Zimmer um.

Eigentlich war es hier gar nicht so übel. Es es war sogar sehr schön hier. Ein idealer Platz zum Spielen - wenn man nur wollte!


Wenn Melanie die Türe ihres Kinderzimmers öffnete, schaute sie direkt auf ein großes Fenster.
Es ließ tagsüber die Sonnenstrahlen hinein und wenn es dunkel wurde, konnte sie vom Bett aus den Mond und all´ die vielen, leuchtenden Sterne beobachten.

Vor dem Fenster stand ihr Schreibtisch. Hier hatte sie schon die tollsten Bilder gemalt.
Bunte Blumen, furchterregende Dinosaurier, große Häuser und vieles mehr. Dinge, die ihr beim Malen so in den Sinn kamen.

Links daneben stand gleich ihr Bett.

Darauf war Melanie besonders stolz. Denn es war kein normales Kinderbett, sondern ein Hochbett mit einer ´superhohen´ Leiter. Und die farbenfrohe Tick, -Trick, - und Track-Lampe am Kopfende spendete schönes Licht vor dem Schlafengehen.

Außerdem war da noch eine Spielküche. Mit einem Elektroherd, einem Kühlschrank, einer Spüle, einem Toaster, einem Mixer, Kochgeschirr, Kochlöffel, Nudelrolle, Backformen und all´ den Dingen, die zu einer richtigen Küche gehören.

Melanie schaute sich im Zimmer um.
Neben der Kommode, auf der sie liebevoll ihre Plüschtiere aufgestellt hatte, stand ein Regal aus Kiefernholz.
Das hatte ihr Papa selber gebaut und darunter stand ein großer, pinkfarbener Plastikeimer mit Legosteinen.


12.10.2008
Ich könnte ja mal wieder ein schönes Haus oder einen großen Turm bauen, dachte Melanie, als sie den Eimer sah.
Ihr Po schmerzte immer noch ein wenig und so stand sie vorsichtig auf und ging langsam zum Regal. Auf halbem Weg blieb sie allerdings wie angewurzelt stehen.

"Nö!" sagte sie zu sich selbst "Alleine macht das keinen Spaß!"

Sie drehte sich auf dem Absatz um, marschierte schnurstracks zum Bett, kletterte hinauf und hockte sich auf die Matratze. "Was soll ich denn bloß nur machen?" murmelte sie gelangweilt vor sich hin.

Und dann -aus heiterem Himmel- hatte sie eine Idee. Die beste Idee auf der großen, weiten Welt. Melanie strahlte übers ganze Gesicht wie ein Honigkuchenpferd.

Wie ein Wiesel kletterte Melanie die Leiter hinunter, öffnete die Tür und lief zu ihrer Mutter, die noch immer bügelte.

"Na, mein Schatz, alles klar - können wir wieder miteinander reden?"

"Ja, Mama" gab Melanie zur Antwort.
"Darf ich mir eure Bücher ansehen?"

"Aber, du hast doch selbst so schöne Bücher, warum ..."

"Bitte Mama, bitte, bitte" unterbrach Melanie.

"Also gut, aber nur wenn du mir versprichst, daß du vorsichtig bist und sie anschließend wieder zurück stellst!"

"Ok - prima, danke Mama!" jauchzte Melanie und hüpfte vergnügt, wie ein kleines Känguru in den Flur.




19.10.2008
H
ier stand es. Das Bücherregal von Mama und Papa. Es erstreckte sich vom Fußboden bis zur Decke und war fast zwei Meter breit. Bücher über Bücher. Eines neben dem anderen. Große und kleine. Dicke und dünne.

Melanie streckte ihren Arm aus und griff nach einem kleinen Büchlein, das etwa in Schulterhöhe stand und dessen farbenfroher Einband sofort ihr Interesse geweckt hatte. Sie schlug es auf und blätterte Seite für Seite um. Aber es waren keine Bilder darin.

"Hhmm" schnaufte Melanie ein wenig enttäuscht, denn lesen - das konnte sie noch nicht. Also klappte sie es wieder zu, stellte es ins Regal zurück und nahm sich ein anderes Buch.

Aber auch diesmal..., keine Bilder, nicht ein einziges, nur diese langweiligen, schwarzen Buchstaben.

Melanie machte einen großen Schritt zu Seite und versuchte es noch einmal mit dem Regalboden darüber. Doch sie bekam das Buch, das sie sich ausgesucht hatte, nicht richtig zu fassen. Sie machte sich so lang es ging, stellt sich auf die Zehenspitzen und versuchte nochmals ihr Glück.
Diesmal mit Erfolg. Doch als sie das dicke Buch mit dem grauen Umschlag herausziehen wollte, rutsche es ihr aus den Fingern und landete krachend auf dem Fußboden.

"Melanie, was machst du? Ist dir was passiert?"

"Nein Mama, mir ist nur gerade ein Buch ausgeruscht!" beruhigte Melanie.

Dann schaute sie wieder nach dem Buch zu und bemerkte, daß es durch den Sturz genau in der Mitte aufgeklappt war. Melanie sah eine Doppelseite mit vielen, bunten Blumen vor sich und freute ich.
Nach einem so tollen Buch hatte sie die ganze Zeit gesucht.


Melanie bückte sich um das Buch aufzuheben.
Plötzlich hörte sie ein leises Zischen. So wie man es von einem Wasserkessel kennt, bevor er laut zu pfeifen beginnt. Und kurz daruf stieg dichter, weißer Rauch aus dem Buch empor.

Melanie erschrak und war für einen Augenblick wie versteinert.

22.10.2008
Ihr erster Gedanke war es, zu ihrer Mama zu laufen und von dem geheimnisvollen Vorfall zu erzählen. Doch dann gab sie dem Buch mutig einen kräftigen Tritt.
Es stelle sich kurz auf, fiel zur Seite und - klappte lautlos zu.

Im gleichen Moment war der Rauch, der schon fast die Decke erreicht hatte verschwunden.

Melanie atmete erleichtert durch.
Vorsichtig griff sie nach dem Buch. Nur mit Daumen und Zeigefinger.
Genau so, wie sie es mit den heißen Pellkartoffeln machte, die es bei ihrer Oma
freitags zum Backfisch gab.

27.10.2008
Zu ihrer großen Überraschung fühlte sich das Buch ganz normal an.
Und da es auch keine geheimnisvollen Geräusche mehr von sich gab,
klemmte Melanie es fest unter den Arm und sagte:
"Mama, ich geh jetzt wieder in mein Zimmer!"

"Ist in Ordnung, mein Kleines!" gab ihre Mutter, die von dem Geschehen nicht das Geringste mitbekommen hatte, zur Anwort und machte sich daran,
die soeben gebügelte Wäsche auf kleine Stapel zu sortieren.

Zuerst wollte Melanie die Tür ihres Zimmers ganz schließen.
Aber dann ließ sie sie ein bisschen offen stehen. Der Schreck von eben steckte ihr immer noch in den Knochen.

Auf dem mit rosaroten Elefanten bedruckten Bauteppich angekommen,
setzte sich Melanie und legte das Buch auf ihre Oberschenkel.

Sie entfernte vorsichtig den grauen Schutzumschlag und legte ihn beiseite.
Darunter kam ein wunderschönes, altes Buch zum Vorschein.

Gebannt starrte Melanie auf das Buch.
Aber nichts, rein gar nichts, passierte.

31.10.2008
Melanie schlug das Buch auf und blätterte die erste Seite um.
Doch nichts tat sich.

Ungeduldig blätterte sie weiter. Aber auch bei der zweiten, dritten und vierten Seite - geschah nichts.
Das doofe Buch lag einfach nur da.

Melanie war enttäuscht und wenig verwirrt. Sollte sie etwa alles was vorhin
geschehen war nur geträumt haben. Und das auch noch am hellichten Tag?

"Nein, Nein!" murmelte sie vor sich hin "Das kann nicht sein. Ich habe etwas gesehen. Ganz sicher, ich habe es mit meinen eigenen Augen
gesehen."

Jetzt eriff sie hastig mehrere Blätter gleichzeitig.
Und auf einmal, ohne es zu bemerken, war sie wieder in der Mitte
des Buches angelangt.

Da geschah es!
Begleitet von einem leisen Zischen quoll jetzt wieder dichter, weißer Rauch
aus dem Buch hervor.
Erst nur ein bisschen, aber dann wurde es mehr und mehr.

Innerhalb weniger Sekunden war das ganze Kinderzimmer von Rauch erfüllt.
Irgendwie roch er komisch, nur wußte Melanie nicht wonach.

Kaum hatte sich sich an diesen seltsamen Geruch gewöhnt, da wechselte
der Rauch auch schon seine Farbe.

Zuerst wurde er rot. So wie die Rosen, die Mama schon mal im Blumenladen kaufte. Dann strahlend gelb wie eine Sonnenblume.

Melanie kicherte vergnügt. Das Farbenspiel gefiel ihr.

Doch dann wurde es plötzlich dunkel. Der Rauch hatte sich wieder
verfärbt. Er war nun schwarz. Tiefschwarz wie die Nacht.

Melanie hatte schreckliche Angst.

05.11.08
Nicht einmal ihre eigene Hand konnte sie mehr vor Augen sehen.

Doch genau in dem Moment, als sie ihre Mama um Hilfe rufen wollte, war der ganze Spuk vorbei.
Kein Rauch, nicht das klitzekleinste Zischen!

Vorsichtig schaute sich Melanie in ihrem Zimmer um. Auf den ersten Blick
hatte sich hier nichts verändert.

Aber was um alles auf der Welt war das - dort oben auf ihrem Bett?

Melanie wollte gerade erneut und aus leibenskräften um
Hilfe schreien, da hörte sie eine freundliche Stimme:

"He Melanie, psssst - hab keine Furcht. Wir tun dir nichts.
Wirklich, großes Indianer-Ehrenwort!"

Melanie rieb sich ungläubig die Augen und stotterte:
"Wwwer, wer um alles auf der Welt seid ihr denn?"

"Also - ich bin Taffy und das hier neben mir ist meine Zwillings-
schwester Tiffy. Wir freuen uns sehr dich kennenzulernen!"

"Aha" sagte Melanie, ohne zu verstehen, was hier vor sich ging.

"Und was seid ihr?"

Taffy begann herzhaft zu lachen. So eine alberne Frage
war ihm schon seit Ewigkeiten nicht mehr gestellt worden.

Kurzerhand stieß Tiffy ihren Bruder in die Rippen.

"Halt den Mund Taffy, was Melanie fragt ist doch richtig. Schließlich hat sie
Wesen wie uns noch nie in echt zu Gesicht bekommen."

Dann wandte sich Tiffy mit einem Lächeln an Melanie und
antwortete voller Stolz: "Taffy und ich - sind Drachen."

12.11.2008
Melanie presste die Lippen aufeinander, versuchte ernst zu bleiben -
doch dann kicherte sie los ...

"Ihr wollt Drachen sein? Ich glaub ich spinne!
Drachen sind groß, grün und haben ein riesiges Maul mit furchterregenden spitzen, weißen Zähnen.

Aber ihr seid gerade mal halb so groß wie ich, kunterbunt wie ein Regenbogen
und habt herrliche, blaue Kulleraugen...

Um ehrlich zu sein, ich finde euch richtig süß!"

Taffy verschlug es glatt die Sprache.
"Süüüß" grummelte er vor sich hin.

So etwas Gemeines hatte er in seinem ganzen Leben noch nicht gehört.

Er war ein Drache. Ein richtiger Drache. Daran gab es nichts zu rütteln.

Und welche Hautfarbe er nun hatte, spielte doch wohl überhaupt keine Rolle.
Außerdem würde er noch wachsen.

Ok, ein Weilchen würde es schon noch dauern, er schätzte so etwa 150 bis 200 Jahre,
aber was hieß das schon?

23.11.2008
Spätestens dann wäre er groß und furchteinflösend. Alles andere jedenfalls als süüüß - oh wie er dieses Wort verabscheute.

Das wollte er nicht auf sich sitzen lassen. Er mußte Melanie zeigen, dass er ein echter Dache war. Hier und jetzt.

Natürlich wußte Taffy auch schon ganz genau wie er das Melanie beweisen konnte.

Feuerspucken, das wollte er.
Denn das - und dies weiß wirklich jedes Kind - können nur Drachen.
Richtige Drachen.

Taffy atmete tief ein. Sein kleiner Brustkorb wurde dicker und dicker.

Als er sein Maul öffnete, um eine rießige Stichflamme direkt in Melanies Zimmer zu speien, bekam er wieder einen Hieb in die Rippen.

Und zwar so kräftig, dass er sich an seinem Feuer verschluckte.

"Bist du verrückt?" fauchte Tiffy ihren Bruder an. "Willst du etwa das ganze Haus abbrennen, du dummer Kerl?"

"Nein, ich wollte doch nur..." antwortete Taffy leise und atmete vorsichtig wieder aus.


03.12.2008
"Ich weiß genau, was du gerade machen wolltest...
Aber ich denke, wir werden Melanie auch anders überzeugen können - kapiert Bruderherz!?"

"Ist ja schon gut, ich werde es ganz bestimmt nicht wieder tun." antwortete Taffy leise und grinzte.
,Jedenfalls nicht in geschlossenen Räumen.'

"Ja Melanie, du hast recht. Wir sehen anders aus, als man sich einen Drachen normalweise vorstellt. Aber das ändert nichts daran, dass wir richtige Drachen sind - mhh, vor allem Taffy natürlich!"

Taffy nickte zufrieden.

"Ok, ok - ich glaube euch ja, aber wie kommt ihr in dieses Buch?"

In hohem Bogen sprang Taffy vom Bett, landete direkt vor Melanies Füßen und begann: "Also, das ist so eine Geschichte ...

Das Beste wird wohl sein, ich fang mal ganz von vorne an.

Also, dein Papa hat doch vor einigen Monaten ..."

Plötzlich öffnete sich die Tür und Melanies Mama kam herein.

18.01.2009
"Führst du etwa Selbstgespräche mein Schatz?"

Melanie reagierte blitzschnell. Sie beugte ich rasch über Tiffy und
Taffy und antwortete: "Nein, Mama, ich habe nur laut eine Geschichte
gelesen!"

"Ach so - und was versteckst du da vor mir?"

"Nichts Mama, ich verstecke nichts!" flunkerte Melanie und beugte
sich noch tiefer nach vorn, um ihre neuen Freunde zu verbergen.

"Nun, wenn du nichts vor mir versteckst, dann kannst du dich ja auch normal hinsetzen, statt dich wie ein Igel einzurollen, oder?"

Nur widerwillig richtete sich Melanie auf weil sie befürchtete, ihre Mama würde
Tiffy und Taffy entdecken.

Aber zu Melanies Überraschung sagte ihre Mama nur:
"Warum nicht gleich so, du kleiner Schauspieler. Ich wollte dir nur Bescheid geben, wenn du mich suchst, ich bin kurz unten in der Küche."
Dann drehte sie sich um und ging.

Verwundert strich sich Melanie über den Kopf.
,Was war denn jetzt passiert und vor allem, wo waren Tiffy und Taffy so plötzlich geblieben?'

Dann hörte ein leises kichern. Es war Taffy.

"Deine Mama haben wir aber prima reingelegt, was Melanie?"

"Ihr zwei seid noch da?" fragte Melanie erstaunt.

"Was denkst du denn", gab nun Tiffy zur Antwort, "glaubst du etwa, wir hätten uns einfach so aus dem Staub gemacht?"

25.01.2009
"Natürlich nicht!" antwortete Melanie. "Aber wo seid ihr, ich kann euch zwar hören aber nicht sehen?"

"Das werden wir gleich ändern. Kannst du schon zählen?"

"Ja, na klar, bis zehn. Ist doch baby!" verkündete Melanie voller Stolz "Soll ich?"

"Ne, ne lass mal gut sein. Bis drei reicht vollkommen aus. Tiffy und ich sind nämlich von der schnellen Truppen. Also los geht´s!

Melanie begann laut zu zählen. "Eins, zwei, ...."

Während sie zählte erschienen erst die Umrisse von Tiffy und Taffy. Dann füllten sich die dünnen Linien mit Farbe und als Melanie "drei" ausgesprochen hatte, saßen die beiden Drachen wieder direkt vor ihrer Nase und schmunzelten.

"Na, wie haben wir das gemacht?" erkundigte sich Tiffy.

"Ganz toll, ich wünschte ich könnte das auch!" antwortete Melanie voller Bewunderung. " Dann würde ich beim Versteckspielen bestimmt immer gewinnen."

01.02.2009
"Das wird dir wohl kaum gelingen", bemerkte Tiffy "aber sei deshalb nicht traurig. Auch wir können, obwohl wir in Drachenmagie schon recht gut sind noch lange nicht alles!"

"Und das wäre?" erkundigte sich Melanie neugierig.

"Wasser trinken zum Beispiel. Es verträgt sich nicht mit unserem Feuer. Wir können danach für mehrere Stunden keine Flammen mehr speien. Aber was soll´s, eine
gute Flasche Weizenkeimöl mit Himbeergeschmack ist schließlich auch nicht zu verachten."

"Ihhh, Weizenkeimöl mit Himbeergeschmack!" Melanie schüttelte sich.

"Nun, so schlimm ist nun auch wieder nicht. Willst du mal einen Schluck probieren?"

"Nein danke", antwortete Melanie" vielleicht ein anderes mal. Erzählt mir lieber warum ihr euch vorhin unsichtbar gemacht habt!"

"Weißt du", begann Tiffy zu erklären "mit den Erwachsenen, das ist so eine Sache. Die meisten glauben nämlich, sie hätten ihr Leben voll im Griff und wüßten über alles Bescheid. Doch wenn sie etwas sehen oder erleben, für das es keine vernünftige Erklärung gibt, bekommen sie es schnell mit der Angst zu tun und werden häufig unberechenbar. Deshalb gehen Taffy und ich auf Nummer sicher und machen uns lieber unsichtbar."

01.03.2009
"Genau so ist es!" bekräftigte Taffy. "Und aus diesem Grund halten wir uns lieber an Kinder. Nun - manche bekommen zwar Angst, wenn sie uns das erste Mal sehen, aber das hält sich in Grenzen. Dein Verhalten Melanie ist dafür das beste Beispiel. Schließlich hast du schnell erkannt, dass wir beide absolut harmlos sind, stimmt´s?"

"Ja!" antwortete Melanie knapp und lächelte.

„Super!“ jubelte Taffy. „Dann haben Tiffy und ich ja mal wieder großes Glück gehabt. Denn ein altes Drachengesetz besagt, dass wir nur bei den Kindern bleiben dürfen, die sich nicht vor uns fürchten.
Andernfalls müssen wir uns freundlich von Ihnen verabschieden und dürfen erst wieder unsere Bücherwelt verlassen, wenn das Buch in dem wir Zuhause sind in die Hände anderer Kinder gelangt.“

„Na, dann können wir ja alle drei froh sein, dass ich so mutig bin!“ triumphierte Melanie.

„Ja, und wann immer wir wollen, können wir nun gemeinsam spielen.“

„Ihr seid extra gekommen um mit mir zu spielen?“ hakte Melanie nach.

„Und ob wir das sind. In einem Buch zu leben ist zwar ganz nett und wir haben schon einige aufregende Abenteuer in Büchern erlebt, aber es gibt nichts Schöneres als mit Kindern zu spielen!

„Habt ihr denn schon mit vielen Kindern gespielt?“ wollte Melanie wissen.

„Und ob, mit Hunderten.“

„Na, nun übertreib mal nicht Bruderherz!“ antwortete Tiffy. „Aber es waren schon viele.
Schließlich sind Taffy und ich schon über 173 Jahre alt. Also gut 35 mal so alt wie du Melanie.“

„Ach, dann seid ihr also so alt wie Mama und Papa!“ bemerkte Melanie.

Tiffy lächelte. „Nein, wir sind noch viel, viel älter.“

08.03.2009
„Noch älter?“ stutzte Melanie. „Puh, dann seid ihr ja steinalt!“

„Das sind wir zwar auch noch nicht, aber es kommt der Sache schon näher.“

„Aber, wie kommt ihr zwei denn nun in das alte Buch?“ fragte Melanie noch einmal nach, während sie kurz zu Tür blickte um sich zu vergewissern, ob ihre Mama auch wirklich gegangen war.

„Also“, setzte Taffy seine Erklärung fort, „dein Vater hat doch vor einigen Monaten auf dem Trödelmarkt ein Buch gekauft – erinnerst du dich?“

Melanie runzelte nachdenklich die Stirn.

„Es war als Dekoration gedacht – für den Vitrinenschrank in eurem Wohnzimmer“, ergänzte Tiffy.

„Ah, jetzt fällt es mir wieder ein! Mama hat es überhaupt nicht gefallen und mit Papa geschimpft, weil er für dieses alte Ding soviel Geld ausgeben hat. Es steht jetzt, glaube ich, irgendwo hier im Regal.“



22.03.2009
Und genau dieses Buch ist unser Zuhause, hier leben wir.“

„Ihr zwei wollt mich wohl veräppeln“, sagte Melanie. „In einem Buch kann man doch nicht leben!“

„Wir können es, schließlich sind wir in diesem Buch auch zur Welt gekommen.“ gab Tiffy zur Antwort.

Melanie verdrehte ungläubig die Augen. „Zur Welt gekommen …“, feixte sie.

„Weißt du -", fuhr Tiffy unbeirrt fort, „vor etwa 175 Jahren, also noch bevor es Taffy und mich gab, lebte ein alter Schriftsteller. Er hatte gerade damit begonnen eine abenteuerliche Geschichte über Drachen zu schreiben und einen befreundeten Maler gebeten, passende Zeichnungen für sein Werk anzufertigen.

Der Maler machte sich noch am gleichen Abend an die Arbeit. Er zeichnete eine große, dunkle Höhle, gelegen in einer scharfkantigen Felswand. Und vor dem Eingang der Höhle, auf einem kleinen Vorsprung malte er zwei, etwa faustgroße gesprenkelte Dracheneier und ging - zufrieden mit seiner Arbeit zu Bett."

„Und dann, was passierte dann?“ fragte Melanie neugierig.

„Am nächsten Morgen, der Maler saß gerade beim Frühstück, klopfe es unerwartet an der Tür. Es war sein langjähriger Freund der Schriftsteller. Voller Freude erzählte dieser, dass er in der Nacht eine ganze tolle Idee hatte – und statt über Drachen nun lieber eine Geschichte über einen magischen Steinadler schreiben wolle. Auch das erste Kapitel hatte
er bereits komplett fertig. Dann bat er den Maler eine neue Zeichnung anzufertigen und ging.“

„Toller Freund !?, bemerkte Melanie ironisch. „Ich wär aber ganz nett stinkich gewesen. Die ganze Arbeit umsonst ...“

05.04.2009
Das war er bestimmt auch, aber genaueres haben Taffy und ich darüber nicht erfahren können. Fest steht jedoch, dass er zuerst die alte Zeichnung wegwerfen und eine neue anfertigen wollte.
Doch um Zeit zu sparen entschloss er sich, das Bild mit ein paar gekonnten Pinselstrichen zu ändern. Er übermalte kurzerhand den Eingang der Höhle mitsamt den Dracheneiern, setzte eine Holzhütte in den Wald und den Gipfel des Felsen schmückte er mit einem stattlichen Adlerhorst.
Knapp drei Monate später waren die Geschichte Haduh – der magische Steinadler und natürlich auch alle Zeichnungen fertiggestellt.
Alles zu einem handlichen Paket verschnürt machte sich der Schriftsteller damit auf den Weg zu einer Druckerei, um die erste Auflage seines Buches drucken zu lassen.

Doch einem der Buchbinder passierte ein großes Missgeschick. Denn in eines der Bücher band er versehentlich eine Orginalzeichnung des Malers ein – das Bild mit den beiden Dracheneiern.“

„Und wie ging´s weiter?“ erkundigte sich Melanie, die die ganze Zeit aufmerksam zugehört hatte.

11.05.2009
Also, wie alle anderen Bücher, so wurde auch das Buch mit der Originalzeichnung innerhalb kürzester Zeit verkauft. Und zwar an einen liebevollen Vater, der seinen beiden
Kindern jeden Tag vor dem Schlafengehen eine Geschichte daraus vorlas. Eines Abends im Dezember, ließ er es nach dem Vorlesen versehentlich auf der Kaminbank liegen und ging ins Bett.

Der Kaminofen war noch sehr heiß und so erwärmte sich das Buch innerhalb weniger Minuten so stark, dass die Schalen der beiden Dracheneier in der übermalten Höhle aufbrachen - Taffy und ich wurden in dieser Nacht geboren."

"Ihr lügt doch", meldete sich Melanie entrüstet zu Wort, "schließlich weiß doch jedes Kind, dass nur aus richtigen Eiern Junge schlüpfen können."

"Ja, das ist soweit es die reale Welt betrifft auch absolut richtig Melanie", antwortete Tiffy, "aber in einem Märchenbuch, nun - in einem Märchenbuch geschehen viele geheimnisvolle Dinge. Manche sind so unglaublich wie die Märchen selbst."

"Und wenn du uns nicht glauben willst", giftete Taffy, "dann leg doch einfach das Märchenbuch mit der alten Hexe heute Abend auf den Heizkörper hinter dir, dann wirst du schon sehen ...!"

Melanie überlegte einen Augenblick.

"Ne, dann doch lieber nicht. Auf so eine schrullige Alte mit 'ner dicken, schwarzen Warze auf der Hakennase hab´ich nun wirklich keine Lust!"

Taffy lächelte. "Na, du glaubst uns also doch!?"


26.08.2009
"Ja!" antwortet Melanie kleinlaut und kletterte auf ihr Hochbett.

Tiffy und Taffy folgten ihr mit einem olympiareifen Sprung aus dem Stand und lümmelten
sich in ihr Kopfkissen.

"Und", fragte Taffy erwartungsvoll, "was machen wir jetzt ?"

"Was haltet ihr davon, wenn wir Verstecken spielen - aber ihr dürft euch nicht wieder unsichtbar machen!", antwortete Melanie.

"Eine gute Idee, das machen wir!", stimmte Tiffy sofort zu.

Taffy hingegen war überhaupt nicht begeistert. Verstecken spielen war ja o.k.,
aber ohne, dass er sich unsichtbar machen durfte?

Welch eine Verschwendung seiner übernatürlichen Fähigkeiten.

Gelangweilt drehte es sich deshalb zur Seite und tat so, als wenn er Melanies Vorschlag überhaupt nicht gehört hätte.

"Na, was ist mit dir Bruderherz?", erkundigte sich Tiffy, "machst du nun mit oder willst du
lieber die beleidigte Leberwurst spielen?"

"Blödsinn, ich bin nicht beleidigt!" verteidigte sich Taffy schippisch.
"Spielt ihr nur - ich habe Wichtigeres zu tun!"

"Und das wäre?", hakte Tiffy nach.

"Nachdenken natürlich, was sonst!", gab Taffy zur Antwort, verschränkte die Arme demonstrativ hinter seinem Kopf und versank regelrecht in Melanies Bettwäsche.

"Wenn das so ist", wandte sich Tiffy an Melanie, " dann spielen wir jetzt eben allein, damit
unser kleiner Professor Dr. von und zu La_mi_ruh ungestört nachdenken kann - kommst du, Melanie?"


01.11.2009
„U
nd ob!“ antwortete Melanie freudestrahlend. „Du zählst bis zwanzig!“

Tiffy hielt sich die Augen zu und begann zu zählen. „Eins, zwei, drei, vier, fünf …“.

In der Zwischenzeit kletterte Melanie leise die Leiter ihres Bettes runter und machte sich auf die Suche nach einem geeigneten Versteck.

„elf, zwölf, dreizehn … „

Vorsichtig öffnetet Melanie ihren Kleiderschrank.

„vierzehn, fünfzehn, sechzehn, siebzehn…“

Behutsam schob sie ihre Kleider beiseite, krabbelte in den Schrank, kauerte sich in die hinterste Ecke, zog langsam die Tür von innen wieder zu und versuchte so ruhig es eben ging zu atmen.

„zwanzig – fertig, ich komme!“

Tiffy hüpfte sogleich vom Bett mitten in Melanies Zimmer.

Dann ging sie in die Hocke, beugte den Kopf nach vorne und begann intensiv den Fußboden zu beschnuppern.

"Ähm – ist ja nicht so, als ob es mich besonders interessiert, aber was machst du da gerade - Schwesterherz?“, erkundigte sich Taffy neugierig.

„Das siehst du doch, oder? Ich nehme Melanies Geruch auf und ehe sie bis drei gezählt hat – schwups habe ich sie auch schon gefunden!“

„Klar doch, das könnte dir so passen – was? Ich darf mich nicht unsichtbar machen - aber du spielst hier den Bluthund!
Obwohl du genau weißt, dass Melanie das nicht kann. Also, halte dir gefälligst die Nase zu und versuche Melanie ohne tatkräftige Unterstützung deines Riechkolbens zu finden - gleiches Recht für alle!?“

Taffy lächelte.

Sofort hielt sich Tiffy die Nase zu.

„Ünd öb üsch däs schöffe!“, näselte sie und machte sich siegessicher auf die Suche.

Sie schaute unter das Bett und rückte den Papierkorb unter dem Schreibtisch
beiseite. Dann guckte sie hinter die große Spielzeugkiste, aber auch hier - Fehlanzeige!
Melanie schien spurlos verschwunden.


27.01.2012
Melanie hockte im Kleiderschrank und konnte sich das Lachen kaum verkneifen. Sie amüsierte sich köstlich über Tiffy. Ihre neue Freundin war wirklich lustig – einfach zum Brüllen. Aber genau das durfte sie, wollte sie sich jetzt nicht verraten auf gar keinen Fall tun. Mit aller Kraft presste sie die Lippen zusammen und versuchte ruhig zu bleiben.
Und das wäre ihr auch fast gelungen, wenn da nicht das schicke weiße Sommerkleid im Schrank gehangen hätte. Denn dessen Gürtel baumelte direkt vor ihrem Gesicht.
Oh, wie das kitzelte!

Melanie schnitt angestrengt Grimassen , presste verzweifelt beide Hände auf den Mund um nur keinen Mucks von sich zu geben – doch dann prustete sie los.
Lauthals lachend stieß sie die Tür des Schranks auf um auf allen Vieren hinaus zu krabbeln. Doch vor lauter Lachen hatte sie keine Kraft mehr, kam ins Straucheln und plumpste, wie ein nasser Sack, direkt vor Tiffy auf den Fußboden.

Tiffy verzog keine Miene. Mit zugehaltener Nase schaute sie auf Melanie hinab und sagte nur
“Üsch häbe dich! Gewönnen!“

Melanie, die noch immer giffelte, hielt für einen Augenblick inne, schaute Tiffy an und antwortetet: „Jä, äber nür gänz, gänz knäpp!“

Nun lachte auch Tiffy herzhaft. Sie setzte sich neben Melanie und nahm sie in den Arm.

„Und was machen wir jetzt?“ wollte Melanie wissen.

„Also ich würde sagen“ mischte sich Taffy ein, „mein verspieltes Schwerterherz und ich sollten so schnell wie möglich verschwinden, denn wenn mich meine ausgezeichneten Drachenohren nicht täuschen, kommt deine Mutter jetzt gerade die Treppe zu uns hinauf!“

Kaum hatte er den Satz ausgesprochen stand auch schon Melanies Mutter im Türrahmen.
„Na, mein Schatz, alles in Ordnung bei dir?“
„Klar doch Mama!“ antwortete Melanie zufrieden.
Denn sie war sich sicher, ihre geheimnisvollen Freunde, bald wiederzusehen.

Und - sie war gespannt darauf, was sie wohl beim nächsten Mal gemeinsam mit ihnen erleben würde ???